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SECHS TAGE, DIE DIE WELT VERÄNDERTEN

1947 beschloss die Generalversammlung der Vereinten Nationen, das britische Mandatsgebiet Palästina zu teilen: Israel und ein arabischer Staat sollten nebeneinander existieren; Jerusalem sollte internationale Zone werden. Die USA, Frankreich und die UdSSR stimmten für den Teilungsplan; alle arabischen Staaten stimmten dagegen. Die de facto Regierung des noch nicht gegründeten Israel begrüßte den UN-Beschluss. 1948 zog die britische Mandatsmacht aus Palästina ab, es folgte die Unabhängigkeitserklärung Israels und die militärische Intervention der arabischen Staaten zur Vernichtung des eben erst gegründeten Staates.1949 wurde dieser erste israelisch-arabische Krieg mit einem Waffenstillstand beendet. Jerusalem war geteilt, Jordanien annektierte das Westjordanland und Ägypten den Gaza-Streifen.

Das alles sollte sich innerhalb weniger Tage im Juni 1967 ändern: Die arabischen Staaten, unter der politischen Führung des von der Sowjetunion militärisch gerüsteten Ägypten, hatten versucht, durch eine konsequente Politik der Blockade – etwa des Golfes von Eilat – und durch die Unterstützung einer von außen nach Israel hineingetragenen Guerilla die Lebensfähigkeit Israels zu untergraben. Im Mai 1967 wurde die Spannung von Seiten Ägyptens und Syriens weiter gesteigert. In der begründeten Annahme, dass ein Angriff von Seiten Ägyptens unmittelbar bevorstünde, schlug Israel in einem Präventivschlag gegen Ägypten los. Syrien und Jordanien starteten sofort eine Offensive gegen Israel. Das Resultat war die Besetzung der jordanischen Gebiete westlich des Jordan, des Gaza-Streifens, des Golan und des Sinai – und die Vereinigung Jerusalems unter israelischer Kontrolle.

Israel versuchte, diesen militärischen Erfolg in eine politische Lösung umzusetzen: Die israelische Regierung stellte die Rückgabe aller besetzten Gebiete (mit Ausnahme Jerusalems) in Aussicht – in Verbindung mit einem Friedensvertrag mit allen Nachbarstaaten und damit auch der formellen Anerkennung Israels von arabischer Seite. Dieses Angebot wurde von der Arabischen Liga, die nach wie vor unter dem Einfluss Ägyptens stand, ohne die geringste Kompromissbereitschaft abgelehnt. Die arabischen Staaten blieben ihrem Ziel treu – die Vernichtung Israels.

Das sollte sich erst ändern, als – nach einem weiteren Krieg, 1973 – Ägyptens Politik sich änderte: Der Besuch Sadats in Jerusalem, 1977, öffnete den Weg zum Frieden mit Ägypten – und dann auch mit Jordanien. Ägypten freilich hatte dafür einen hohen Preis zu zahlen: Ägypten wurde für mehrere Jahre aus der Arabischen Liga ausgeschlossen, und Sadat wurde 1981 ermordet.

Israel hatte 1967 seine Position geopolitisch gefestigt. Die arabische Seite freilich muss sich für die Weigerung, unmittelbar nach dem Ende der Kampfhandlungen 1967 einer umfassenden Friedenslösung zuzustimmen, vorhalten lassen, eine (vielleicht die) entscheidende Chance für eine Friedenslösung versäumt zu haben. Die israelische Siedlungstätigkeit auf der Westbank ist die Folge dieses Versäumnisses. Die Last hat freilich ein Akteur zu tragen, den es 1967 noch gar nicht gegeben hatte: das arabische Palästina.

Corina Eichenberger-Walther, MP / President EAI
Prof. Anton Pelinka / Member Honorary Board EAI

Hinweis:

Die DIG Baden-Baden schließt sich diesem Statement der European Alliance for Israel (EAI) an. Die EAI ist ein Netzwerk europäischer Freundschaftsverbände für Israel, in dem auch die Deutsch-Israelische Gesellschaft Mitglied ist.